EKD-Newsletter Nr. 105, 05. November 2003 (Ausgabe Presse)

1. Bischof Huber neuer Ratsvorsitzender der EKD
Landesbischof Kaehler zum Stellvertreter gewaehlt

2. Keine Lockerung des Embryonenschutzes
Kock fordert Debatte ueber Menschenwuerde

3. Wer die Bibel liest, hat mehr vom Leben
Schwerpunktthema "Bibel im kulturellen Gedaechtnis"

4. Als die Bilder Laufen lernten
Internetfernsehen von der Synodentagung

5. Wichtige Stimme des Protestantismus verstummt
EKD zum Tod von Heinz Zahrnt

6. Sparsam, aber profiliert
Haushaltsberatungen bei der EKD-Synodentagung

7. Gedanken fuer den Tag


1. Bischof Huber neuer Ratsvorsitzender der EKD
Landesbischof Kaehler zum Stellvertreter gewaehlt

Die EKD hat seit heute einen neuen Ratsvorsitzenden. Synode und Kirchenkonferenz waehlten am Vormittag in Trier mit deutlicher Mehrheit den Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, zum Nachfolger von Manfred Kock. Eigentlich sollte die Entscheidung bereits gestern fallen. Doch zuvor galt es, einen neuen Rat zu waehlen. Das Verfahren ist kompliziert - die Nominierten muessen jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen erzielen - und so hatten Synode und Kirchenkonferenz bereits seit 9.30 Uhr immer wieder von neuem Stimmzettel ausgefuellt. Nach vier Wahlgaengen standen erst neun Ratsmitglieder fest, fuenf Plaetze waren noch offen. Kurz nach 17 Uhr gab Synodenpraeses Barbara Rinke bekannt, dass die Wahl zum Vorsitz und der Stellvertretung auf Mittwoch verschoben wird.

Um 22.26 Uhr am Dienstag standen die neuen Ratsmitglieder fest. Sofort im Anschluss an die Wahl trat der neue Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dass dabei die Entscheidung fiel, den Berliner Bischof Wolfgang Huber als neuen Ratsvorsitzenden vorzuschlagen, war keine Ueberraschung. Huber war bereits im ersten Wahlgang - als einziger der im Vorfeld gehandelten Favoriten - mit grosser Stimmenmehrheit in den Rat gewaehlt worden. Synode und Kirchenkonferenz bestaetigten den Vorschlag: Huber erhielt 121 von 135 Stimmen. Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thueringen, Christoph Kaehler, wurde mit 118 von 133 Stimmen zu Hubers Stellvertreter gewaehlt.

http://www.ekd.de/presse/397_
pm228_2003_neuer_rat.html

http://www.ekd.de/rat/
http://www.ekd.de/personen/3219
_ratsmitglied_huber.html
http://www.ekd.de/personen/3219
_ratsmitglied_kaehler.html

 

2. Keine Lockerung des Embryonenschutzes
Kock fordert Debatte ueber Menschenwuerde

Manfred Kock hat in seinem Ratsbericht zum Ende seiner Amtszeit als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor der Synode in Trier davor gewarnt, den Embryonenschutz zu lockern. Der Begriff der Menschenwuerde muesse die Grundlage des Schutzes ungeborenen Lebens bleiben. In Reaktion auf Aeusserungen der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, dass sie den im Labor erzeugten Embryonen nicht unbedingt den Schutz der Menschenwuerde zuerkennen wolle, fragte Kock: "Aber an welcher anderen Stelle der biologischen Entwicklung des Menschen soll der Schutz der Menschenwuerde dann in plausibler Weise einsetzen?"

Kock warnte vor einer Aufweichung der deutschen Regelung durch Entscheidungen auf europaeischer Ebene. Dadurch drohe nicht nur "dieser ethisch hoch problematische Forschungsbereich" weiter ausgebaut zu werden. Auch das vergleichsweise strenge Verbot, in Deutschland mit menschlichen Embryonalzellen zu arbeiten, liesse sich auf Dauer kaum aufrecht erhalten. Neben Fragen der Bioethik ging der scheidende Ratsvorsitzende unter anderem auch auf die Situation der Oekumene, den interreligioesen Dialog und
Sozialreformen ein.

http://www.ekd.de/presse/397_pm218_2003
_rv_embryonenschutz.html

http://www.ekd.de/synode2003/aufbau_
ratsbericht_bericht_2003_nov.html

http://www.ekd.de/synode2003/aufbau_
filme_2003_nov.html

 

3. Wer die Bibel liest, hat mehr vom Leben
Schwerpunktthema "Bibel im kulturellen Gedaechtnis"

Unsere Kultur sei bibelfern, habe die Bibel aber nicht vergessen, so Hanjo Kesting im Hauptreferat zum Schwerpunktthema "Bibel im kulturellen Gedaechtnis" bei der EKD-Synodaltagung in Trier. Nichts anderes habe unsere Kultur so grundlegend gepraegt wie die Bibel. Die Vielfalt biblischer Themen in Kunst und Kultur zeige, dass die Menschen "die Bibel kennen, ohne sie gelesen zu haben".

Am besten koenne man die Bibel verstehen, wenn man sie ganz persoenlich nehme, sagte der Vizepraeses der Synode, Michael Schibilsky, bei der Einbringung des Schwerpunktthemas. Welches ist der biblische Schluesseltext in meinem Leben? Welche biblische Person steht mir nahe? Fuer ihn sei wichtig: "Wer die Bibel liest, hat mehr vom Leben." Waehrend der Synodentagung wurden auch die Preistraeger eines Fotowettbewerbs ausgezeichnet, in dem ausgewaehlte Bibelstellen oeffentlichkeitswirksam dargestellt werden sollten.

http://www.ekd.de/presse/397_
pm222_2003_hauptvortrag.html

http://www.ekd.de/synode2003/
aufbau_kesting_bibel.html

http://www.ekd.de/presse/397_pm224_2003
_preisverleihung_foto.html

http://www.ekd.de/synode2003/aufbau
_filme_2003_nov.html

 

4. Als die Bilder Laufen lernten
Internetfernsehen von der Synodaltagung

Premiere waehrend der Synodaltagung: erstmals bietet die Internetarbeit der EKD auf ihrer Homepage Filmbeitraege an. Interviews, Ausschnitte von Vortraegen oder aus Pressekonferenzen - weltweit koennen die Internetnutzer teilhaben am Synodengeschehen. Zwei Mitarbeiter der Evangelisches Medienhaus GmbH sind mit der Kamera unterwegs, geschnitten wird direkt im Pressebuero. Tom O. Brok, Leiter der Internetarbeit, sorgt dafuer, dass die Filmsequenzen umgehend im Netz stehen. Damit der Zugriff auf die Filme schnell und ohne grosse Belastung des weiteren Internetangebots erfolgen kann, wird ein spezieller Computer dafuer genutzt.

http://www.ekd.de/presse/397_
pm209_2003_kamerablick.html

http://www.ekd.de/synode2003/
aufbau_filme_2003_nov.html

 

5. Wichtige Stimme des Protestantismus verstummt
EKD zum Tod von Heinz Zahrnt

Mit ihm sei eine wichtige Stimme des Protestantismus verstummt, erklaerten der Ratsvorsitzende der EKD und die Synodenpraeses Barbara Rinke, als sie erfuhren, dass der evangelische Theologe Heinz Zahrnt am 1. November gestorben ist. Er sei ein Mensch gewesen, der "mit seinen Buechern die aktuellen Geschichten Gottes mit den Menschen so erzaehlen konnte, dass die Menschen es lesen wollten", erinnerte der Ratsvorsitzende. Wir trauern um einen Menschen, der Gott "zu seiner Sache gemacht" habe, so Barbara Rinke. Seine Vortraege haetten ueber Jahrzehnte zu den Glanzstuecken der Kirchentage gehoert.

http://www.ekd.de/presse/397_
pm219_2003_ekd_tod_zahrnt.html

 

6. Sparsam, aber profiliert
Haushaltsberatungen bei der EKD-Synodaltagung

Rund drei Millionen Euro weniger als im Vorjahr wird das Gesamtvolumen des Haushaltsplanes der EKD fuer 2004 betragen. "Die schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gehen natuerlich auch an den Kirchen nicht vorbei", sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der EKD-Synode, Dr. Rainer Meusel, auf der Synodaltagung in Trier. Obwohl gespart werden muesste, will die EKD in wichtigen Bereichen des kirchlichen Handelns Schwerpunkte setzen. Dazu gehoeren die Oeffentlichkeitsarbeit, aber
auch die Absicherung des kirchlichen Entwicklungsdienstes.

Auch die EKD muesse im kommenden Jahr wieder erhebliche Preis- und Personalkostensteigerungen auffangen. Dies werde dadurch ermoeglicht, dass die EKD weniger fuer die Altersversorgung heimatvertriebener Geistlicher aufwenden muesse. Die Landeskirchen werden im Jahr 2004 rund fuenf Prozent weniger an die EKD bezahlen als im Vorjahr. Damit trage die EKD der Finanzlage der evangelischen Gliedkirchen Rechnung, so Meusel.

http://www.ekd.de/presse/397_
pm225_2003_haushalt.html

http://www.ekd.de/synode2003/
aufbau_einbringung_haushalt_meusel.html

 

7. Gedanken fuer den Tag

Gott kommt nicht, wenn wir es moechten, aber er kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams (1914-1983), amerikanischer Dramatiker

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