EKD-Newsletter Nr. 102, 06. Oktober 2003 (Ausgabe Presse)

1. "Manege frei" fuer Horst Heinrich
Einfuehrung des neuen Circus- und Schaustellerseelsorgers im Sueden

2. Ratsdelegation besucht Russland
EKD will Dialog mit Russischer Orthodoxer Kirche vertiefen

3. Kock fordert tatkraeftige Reformpolitik
Demographische Entwicklung erfordert grundlegende Strukturreformen

4. Evangelische Schulen gruenden Interessenvertretung
Erster Bundeskongress evangelischer Schulen

5. Rechte der Fluechtlingskinder achten
EKD-Ratsvorsitzender beklagt mangelnde Umsetzung der
UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

6. Gedanke zum Tag

 

1. "Manege frei" fuer Horst Heinrich
Einfuehrung des neuen Circus- und Schaustellerseelsorgers im Sueden

Am 8. Oktober 2003 wird in Stuttgart Horst Heinrich, der neue Circus- und Schaustellerseelsorger der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) fuer die Region Sued in sein Amt eingefuehrt. Der Einfuehrungsgottesdienst beginnt um 10 Uhr im Festzelt Weitmann auf dem Cannstatter Wasen. Der ehemalige Militaerseelsorger reist seit Mai 2003 im Gebiet zwischen Duesseldorf und Garmisch Partenkirchen zu Volksfesten, Circussen und Jahrmaerkten, um die dort beschaeftigten Menschen seelsorgerisch zu betreuen. Horst Heinrich ist 54 Jahre alt und stammt aus dem wuerttembergischen Goeppingen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

http://www.ekd.de/circus
http://www.ekd.de/presse/397_pm190
_2003_circus_seelsorger_sued.html

 

2. Ratsdelegation besucht Russland
EKD will Dialog mit Russischer Orthodoxer Kirche vertiefen

Der Dialog zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) muss fortgesetzt und vertieft werden. Diesen Wunsch brachten die leitenden Geistlichen beider Kirchen, der EKD-Ratsvorsitzende, Manfred Kock, und Patriarch Alexej II. bei einem Treffen in Moskau am Wochenende zum Ausdruck. „Unsere Kirchen muessen im zusammenwachsenden Europa ihre Aufgaben gemeinsam wahrnehmen“, sagte Manfred Kock bei der einstuendigen Begegnung im Danilov Kloster, dem Sitz des Patriarchen. Patriarch Alexej II. hob die langjaehrigen Beziehungen der EKD und der ROK als positives Beispiel konstruktiver Zusammenarbeit hervor. Er dankte der EKD besonders fuer die vielfaeltige Hilfe in vergangenen Jahren. „Mit herzlicher Freundschaft“ heisse er die Delegation in Russland willkommen. „Die Versoehnung unserer Voelker bleibt unsere Berufung und unsere Aufgabe.“ Es sei die Aufgabe beider Kirchen, im zusammen wachsenden Europa die christliche Stimme erklingen zu lassen. „Die Evangelische Kirche in Deutschland ist ein bewaehrter Partner im oekumenischen Dialog.“ Die EKD-Delegation, der unter anderem auch die Hamburger Bischoefin Maria Jepsen, EKD-Auslandsbischof Rolf Koppe und der Bundestagsabgeordnete Hermann Groehe (CDU) als EKD-Ratsmitglied angehoeren, haelt sich noch bis zum 9. Oktober in Russland auf.

http://www.ekd.de/presse/397_pm193
_2003_russland_botschaft_godi.html

http://www.ekd.de/presse/397_pm192
_2003_begegnung_patriarch_alexej.html

 

3. Kock fordert tatkraeftige Reformpolitik
Demographische Entwicklung erfordert grundlegende Strukturreformen

Die tatkraeftige Weiterentwicklung einer wirklich zukunftsdienlichen Reformpolitik hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock gefordert. Die demographische Entwicklung
und der medizinische Fortschritt machten grundlegende Strukturreformen in der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik unumgaenglich. Es sei "unverantwortlich, die erforderlichen Strukturreformen hinauszuschieben", so Kock. Bereits heute und nicht erst morgen sei "Handeln angesagt". Im Gesundheitswesen seien Reformen notwendig, "die Eigenverantwortung staerken, gleichzeitig aber nicht aus dem Auge verlieren, dass es Kranke gibt, die in besonderer Weise auf die Solidaritaet der Gemeinschaft angewiesen sind". Dem Solidaritaetsprinzip kaeme besondere Bedeutung zu: Wenn alle Versicherten jeweils fuer sich ein Maximum an Leistungen aus dem System zu ziehen versuchten, "ist der Kollaps vorprogrammiert". Daher duerften Zuzahlungen und Selbstbeteiligung "nicht unter ein Denkverbot gestellt" werden. Chronisch Kranke muessten allerdings von derartigen Regelungen ausgenommen werden.

http://www.ekd.de/vortraege/154_030928
_kock_politische_kultur.html

 

4. Evangelische Schulen gruenden Interessenvertretung
Erster Bundeskongress evangelischer Schulen

Die evangelischen Schulen in Deutschland haben als gemeinsames Sprachrohr einen «Arbeitskreis Evangelische Schule» ins Leben gerufen. Die am Freitag in Nuernberg beim ersten Bundeskongress Evangelischer Schulen gegruendete Interessenvertretung soll die Stimmenvielfalt im protestantischen Bildungswesen ueberwinden und ein gemeinsames Auftreten gegenueber Staat und Kirche ermoeglichen. Im Hintergrund steht die Sorge, dass die Bundeslaender wegen ihrer Haushaltsnoete die Finanzierung der Privatschulen zurueckfahren koennten.

http://www.ekd.de/aktuell/442_35772.html
http://www.evangelische-schule.de/

 

5. Rechte der Fluechtlingskinder achten
EKD-Ratsvorsitzender beklagt unzureichende Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

"Bei der Behandlung von Fluechtlingskindern wird die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland nur unzureichend umgesetzt", kritisierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, anlaesslich des "Tages des Fluechtlings. Fluechtlingskinder ueber 16 Jahre wuerden im Asylverfahren wie Erwachsene behandelt. Sie lebten unbetreut in Sammelunterkuenften und haetten keinen
vollen Anspruch auf Schulbildung. Dies stuende im Widerspruch zum Massstab des Kindeswohls in Deutschland, so Kock. Der EKD-Ratsvorsitzende bemaengelte, dass die Kinder in Abschiebehaft genommen werden koennten, wenn ihr Asylantrag abgelehnt wurde. "Wir machen ohnehin benachteiligte Kinder kuenstlich zu Erwachsenen." Auch das sogenannte Flughafenverfahren und die "Drittstaatenregelung" faende auf unbegleitete minderjaehrige Fluechtlinge Anwendung. Darunter litten die jungen Fluechtlinge sehr. „Kinder beduerfen unserer besonderen Fuersorge. Ihre Hilflosigkeit und seelische Belastung muss auch im Asylverfahren besser beruecksichtigt werden“, forderte Kock.

http://www.ekd.de/presse/397_pm188
_2003_rv_fluechtlingstag.html

 

6. Gedanke zum Tag

Vergessen wir nicht, das Leben zu preisen fuer jeden Tag, den wir leben duerfen, gar mit Brot, Wohnung und Arbeit. Nichts ist selbstverstaendlich. Wer das weiss, kann seine Lebensansprueche zugunsten anderer gelassenreduzieren. Solche Gelassenheit brauchen wir.

Friedrich Schorlemmer (geb. 1944), deutscher Theologe

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