EKD-Newsletter Nr. 101, 25. September 2003 (Ausgabe Presse)

1. Gewissensfragen rund um Krieg und Frieden
Neuer Militaerbischof der EKD im Amt

2. Kock: Grosser Zulauf bei evangelischen Schulen
Bundeskongress Evangelische Schule in Nuernberg

3. Nach dem Urteil im "Kopftuch-Streit"
EKD erwartet langwierige und kontroverse Diskussionen

4. Luther-Film in den USA gestartet
Erste US-Filmrezensionen fielen ueberwiegend positiv aus

5. Auslandsbischof Koppe: Ein historischer Tag -
Neue Auslandsgemeinde in Lettland

6. TV-Tipp: Tacheles am 1. und 4. Oktober auf Phoenix
"Versorgung alter Menschen: Droht der Pflegenotstand?"

7. Wort zum Tag


1. Gewissensfragen rund um Krieg und Frieden
Neuer Militaerbischof der EKD im Amt

Am Dienstag, 23. September, wurde in Berlin der Oldenburger Landesbischof Peter Krug als neuer Militaerbischof  der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eingefuehrt. Gleichzeitig wurde der bisherige Militaerbischof Hartmut Loewe verabschiedet.  Der Ratsvorsitzende der EKD, Manfred Kock, wies in seiner Ansprache im Einfuehrungsgottesdienst auf die Bedeutung der Seelsorge in der Bundeswehr hin. Mit dem Dienst der Soldaten seien besonders die Gewissensfragen im Zusammenhang mit Krieg und Frieden verbunden. "Es gehoert zu den wichtigsten Aufgaben der Militaerseelsorge, diese Fragen wach zu halten und Hilfestellung zur persoenlichen Entscheidung in schwierigen Situationen anzubieten," sagte Kock. "Meine Gespraechspartner in Politik, Militaer und Kirche und mich bewegt die alte Frage, wie auf Aggression und Gewalt ganz unterschiedlicher Art einigermassen angemessen zu reagieren sei," sagte Peter Krug in seiner Predigt. Um Frieden undGerechtigkeit zu erreichen, muesse man moeglichst intensiv auf politische Loesungen setzen. Der Ratsvorsitzende dankte dem bisherigen Militaerbischof Hartmut Loewe fuer die "sichtbaren und segensreichen Spuren", die er hinterlassen habe. Loewe sei waehrend seiner Dienstzeit zum "Anwalt der menschlichen Interessen der Soldaten geworden."

http://www.ekd.de/presse/397_pm178_2003_wechsel_militarbischof.html

 

2. Kock: grosser Zulauf bei evangelischen Schulen
Bundeskongress Evangelische Schule in Nuernberg

Die Bedeutung christlicher Wertevermittlung, Begabtenfoerderung und der Bildungsauftrag evangelischer Schulen und Internate stehen im Mittelpunkt des ersten Bundeskongresses Evangelische Schule, der am 25. und 26. September in Nuernberg stattfindet. Auch ein Arbeitskreis soll gegruendet werden, der dem evangelischen Bildungswesen eine gemeinsame, politisch wirksame Stimme verleiht. "Evangelische Schulen orientieren Bildung am einzelnen Menschen und foerdern zugleich eine Kultur der wechselseitigen
Anerkennung", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock auf dem Kongress. Allgemeinbildende evangelische Schulen haetten grossen Zulauf, auch dort, wo staatliche Schulen bereits mit Schuelerrueckgang zu rechnen haetten, betonte Kock. Rund 100.000 Schuelerinnen und Schueler besuchen derzeit die bundesweit rund 1000 evangelischen Schulen und Internate.

http://www.ekd.de/presse/397_pm165_2003_ev_schulkongress.html
http://www.evangelische-schule.de/

 

3. Nach dem Urteil im "Kopftuch-Streit"
EKD erwartet langwierige und kontroverse Diskussionen

Nachdem das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch geurteilt hat, dass nach der bestehenden gesetzlichen Lage einer muslimischen Lehrerin in Baden-Wuerttemberg nicht verboten werden kann, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen, erwartet der Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, "langwierige und sicher auch kontroverse Diskussionen". Dabei muesse bedacht werden, wie der eingeschlagene Weg der gesellschaftlichen Integration unterschiedlicher Kulturen gefoerdert werden koenne, so Vetter in einem Gespraech mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Bundesverfassungsgericht habe einen Grundsatz ausgesprochen, den die evangelische Kirche begruesse: die dem Staat gebotene weltanschauliche Neutralitaet sei nicht im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche, sondern als "offene und uebergreifende, die Glaubensfreiheit fuer alle Bekenntnisse gleichermassen foerdernde Haltung zu verstehen".

http://www.ekd.de/newsfenster/34627_news_2003_09_24_2_kirchen_kopftuch_urteil.html
http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20030924_2bvr143602

 

4. Luther-Film in den USA gestartet
Erste US-Filmrezensionen fielen ueberwiegend positiv aus

Die Weltpremiere des Luther-Films (deutsch-amerikanische Produktion) fand am 23. September in Washington statt. «Luther» erzaehlt vom Werdegang und von den inneren Konflikten des Augustinermoenchs Martin Luther aus der saechsischen Provinz, der als Reformator ein neues Kapitel des Christentums schrieb. Am 30. Oktober laeuft er in Deutschland an. Regie fuehrte der durch einen preisgekroenten Film ueber den Theologen und Widerstandskaempfer Dietrich Bonhoeffer («Bonhoeffer - Die letzte Stufe») bekannt gewordene Kanadier Eric Till. Sein neuer Film entfuehrt die Zuschauer in das 16. Jahrhundert. Dreck und Staub auf den Strassen, Korruption in Politik und Kirche, Angst in den Seelen: Todernst nahmen die Menschen damals die Warnungen des Ablasspredigers Tetzel vor Fegefeuer und Hoellenqualen. Till zeigt den Zuschauern einen nach einem «barmherzigen Gott» suchenden und oft selbstzweiflerischen Martin Luther, der alle Kraft braucht, um seinem Gewissen zu folgen. Der Film glaenzt mit einer Starbesetzung: neben Joseph Fiennes als Luther ist Sir Peter Ustinov als Luthers durchtriebener Beschuetzer Friedrich der Weise zu sehen. Alfred Molina spielt den Ablassprediger Johann Tetzel, der den Menschen Seelenheil versprach fuer eine entsprechende Geldspende.

http://www.luther-der-film.de/

 

5. Auslandsbischof Koppe: ein historischer Tag
Neue Auslandsgemeinde in Lettland

Lettland ist in das Netz der Auslandsgemeinden der EKD aufgenommen worden. Am 21. September wurde Pfarrer Martin Grahl in sein Amt als Pastor der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland eingefuehrt. Die Einfuehrung wurde von EKD-Auslandsbischof Rolf Koppe vorgenommen. Koppe sprach mit Blick auf die Einfuehrung und das Ergebnis des EU-Referendums in Lettland von einem "historischen Tag". Am Vortag der Einfuehrung hatten die Letten fuer einen Eintritt Lettlands in die Europaeische Union gestimmt. Da Lettland ab 2004 EU-Mitglied sein werde, sei es umso wichtiger, dorthin Entsendungen in den Auslandsdienst vorzunehmen, so Koppe. Zur Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland gehoeren evangelische Christen russlanddeutscher sowie baltendeutscher Herkunft und seit der politischen
Wende 1989 auch zunehmend Menschen, die aus Deutschland kommen.

http://www.ekd.de/presse/397_pm177_2003_lettland.html

 


6. TV-Tipp: Tacheles am 1. und 4. Oktober auf Phoenix
"Versorgung alter Menschen: Droht der Pflegenotstand?"

Die Pflege alter Menschen duerfe sich nicht dem wirtschaftlichen Diktat unterwerfen, verlangt die Praeses der EKD-Synode, Barbara Rinke. Auch kirchliche Einrichtungen muessten sich daran messen lassen, Pflegebeduerftige liebevoll zu betreuen statt bloss zu verwahren. Der Mediziner und Publizist  Klaus Doerner wuerde Altenheime am liebsten ganz abschaffen: Es sollte vielmehr jedes Wohnviertel eine Hausgemeinschaft fuer Pflegebeduerftige unterhalten. Die Gesellschaft in Deutschland altert, die Kosten der Versorgung alter Menschen ist immer schwieriger zu finanzieren. Viele alte Menschen fuerchten den Gang ins Altenheim – droht ihnen die Versorgung nach der Stoppuhr? Darueber diskutieren bei Tacheles die
Synoden-Praeses Barbara Rinke, Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, der Publizist Prof. Klaus Doerner, der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Anstalten Dr. Karl Heinz Bierlein und weitere Gaeste. Tacheles wird bundesweit auf Phoenix ausgestrahlt am 1. Oktober um 16.30 Uhr und am 4. Oktober um 22.15 Uhr.

http://www.tacheles.net/


7. Wort zum Tag

Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglueck verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so laesst er aufgehen ueber uns seiner Barmherzigkeit Schein.

Paul Gerhardt (1607-1676), evang. Pfarrer und Liederdichter

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