Der Heidelberger Katechismus

Vorwort

 Nach der grundlegenden Revision der Textform des Heidelberger Katechismus aus Anlaß seines 400jährigen Jubiläums 1963 (Jubiläumsausgabe) ist die nun vorliegende Textfassung ein weiterer Versuch, den Heidelberger Katechismus in einer gewandelten Sprachund Vorstellungswelt erneut zu Gehör zu bringen. Die Synoden der Evangelisch-reformierten Kirche (Synode ev.-ref. Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland) und der Lippischen Landeskirche haben den vorliegenden Text gebilligt und für die Gemeinden zum Gebrauch freigegeben.

Mehrere Gremien des Reformierten Bundes und der beiden dem reformierten Erbe besonders verpflichteten deutschen Landeskirchen haben an der vorliegenden Bearbeitung mitgewirkt. Sie mußten einen gangbaren Weg zwischen gegenläufigen Erwartungen finden. Zum einen gab es Wünsche und Bestrebungen, den Inhalt der 129 Fragen und Antworten sprachlich so aufzuarbeiten, daß sie in der Gegenwart unmittelbar verständlich sind. Dieser Versuch war ähnlich schon unternommen worden in der sogenannten "Jugendausgabe " des Heidelberger Katechismus (1961) und der "Schweizer" Ausgabe von Christian Keller (1983). Der Preis für eine solche Revision ist hoch: Sprachduktus und Sprachmelodie der ursprünglichen Fassung gehen unweigerlich verloren, und auch der theologische Gehalt kann oft nicht bewahrt werden.

Aber auch das Bestreben, möglichst nah am unveränderten Wortlaut des Katechismus zu bleiben, kann den auf der Hand liegenden Notwendigkeiten einer Revision nicht gerecht werden. Insgesamt hat sich also bei der Revision die Devise durchgesetzt: So nah am ursprünglichen Text wie möglich und so frei wie eben nötig zu formulieren. Bei manchen besonders wichtigen Fragen und Antworten wurden sowohl die Fassung der Jubiläumsausgabe als auch die revidierte Fassung von 1997 nebeneinander abgedruckt, damit auch solche Texte nicht dem Vergessen anheim fallen, die besonders in der Frömmigkeitsgeschichte bis in die deutsche Literatur sachlich und sprachlich gewirkt haben.

Wie der Heidelberger Katechismus vor 450 Jahren entstand, wer ihn verfaßt hat, wie und wann er in den Kirchen und Gemeinden Anerkennung fand: darüber berichtet unter der Überschrift " Zur Geschichte des Katechismus" J. F. Gerhard Goeters im Anschluß an den Text des "Heidelbergers".

Über die Jahrhunderte hinweg hat sich dieser Katechismus bewährt als ein Buch, das in seelsorgerlicher Klarheit, in biblischer Nüchternheit und in systematischer Kraft zum Leben im Glauben hilft. Auch in Zukunft wird er in Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen, im Unterricht und im persönlichen Studium gehört und bedacht werden. Möge er dazu beitragen, daß Menschen "herzliche Freude an Gott und Lust und Liebe haben, nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben"! Wuppertal, Leer und Detmold, im Frühjahr 1997 Peter Bukowski Moderator des Reformierten Bundes Walter Herrenbrück Landessuperintendent der Ev.-ref. Kirche Gerrit Noltensmeier Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche

Wuppertal, Leer und Detmold, im Frühjahr 1997

Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes
Walter Herrenbrück, Landessuperintendent der Ev.-ref. Kirche
Gerrit Noltensmeier, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche