Glaubens-ABC

Papst

Der Papst ist historisch betrachtet zunächst der Bischof von Rom. Seiner Person wie auch der Stadt kamen seit jeher besondere Bedeutung zu. Der wohl wichtigste Brief des Apostels Paulus richtet sich an die Gemeinde in Rom (Römerbrief). Der Legende nach beherbergt Rom das Grab des Petrus, der als erster Bischof dieser Stadt angesehen wird. Nach römisch-katholischer Auffassung ist der Papst der Nachfolger des Petrus, dem im Neuen Testament von Jesus selbst die Leitung der Kirche anvertraut wurde: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ (Matthäus 16,18) Aus dieser Sonderstellung heraus entstand bis ins Mittelalter ein Amt mit großer Machtfülle (und Machtmissbrauch), weshalb Martin Luther den Papst auch als Antichristen (Offenbarung 13) bezeichnen konnte.

Als Inhaber der höchsten Autorität in seiner Kirche nimmt der Papst heute weltweit u. a. folgende Aufgaben wahr: Er verkündigt für alle Gläubigen verbindliche Dogmen, beruft Konzile ein, übt die kirchliche Gerichtsbarkeit aus, richtet Bistümer ein und ernennt Bischöfe. Bei der Leitung der Kirche wird der Papst von einer kirchlichen Behörde, der Kurie, unterstützt. Der Papst verfügt über einen eigenen (Kirchen-) Staat, den Vatikan.