Ansprache bei der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums für evangelische Predigtkultur in Wittenberg

Margot Käßmann

19. Februar 2010

I. Wittenberg, Martin Luther und das neue EKD-Zentrum

Wittenberg – ein neues EKD-Zentrum können wir heute Abend in dieser Stadt eröffnen. Ein neues Zentrum, das Teil ist des Reformprozesses der EKD, der unter meinem Vorgänger im Ratsvorsitz, Bischof Dr. Wolfgang Huber angestoßen wurde. Schon beim Zukunftskongress 2007 hat Wittenberg wesentliche Impulse gesetzt. Diese Stadt hat eine besondere Bedeutung für evangelische Christinnen und Christen in aller Welt. Denn unser kirchlicher Reformprozess begann letzten Endes nicht erst vor wenigen Jahren, sondern nahm bereits vor rund 500 Jahren hier seinen Ausgang. Die reformatorische Bewegung ist untrennbar mit dieser Stadt und den Namen Martin Luther und Philipp Melanchthon verbunden.

Unsere evangelische Kirche sieht sich zu Recht als eine „ecclesia semper reformanda“, eine immer neu zu verändernde Kirche. Sie ist Kirche auf dem Wege, Kirche mitten in der Zeit, Kirche in der Anfechtung der konkreten Herausforderungen ihrer Tage, Kirche in der Bewegung, die der Heilige Geist selbst immer neu anstößt. Diese Reform ist die eigentliche Quelle des EKD-Reformprozesses und sie möge, das wünsche ich den Verantwortlichen im Zentrum und uns allen, immer neu zum Motor Ihrer Arbeit hier in Wittenberg werden.

Der kommende Sonntag hat den Namen Invokavit, (deutsch: „Er ruft an“, nach dem Psalm des Sonntags, Psalm 91, Vers 15, dort heißt es: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören, ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen).

Und dieses Datum, das verrät bereits die Einladungskarte zu dieser Veranstaltung, wurde mit Bedacht als Datum für die festliche Eröffnung des Zentrums für evangelische Predigtkultur gewählt. Am Sonntag Invokavit 1522 nämlich kehrte Martin Luther von der Wartburg zurück nach Wittenberg. Seit dem Wormser Reichstag 1521 hatte er als Junker Jörg versteckt auf der Wartburg gelebt, wo er mit der Übersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache eine ungeheure Leistung vollbracht hatte. Dann aber drangen immer neue Nachrichten aus Wittenberg an sein Ohr. Die Reformen, für die Luther wesentlich verantwortlich war, hatten zu Tumulten geführt. Es war zum Bildersturm gekommen – und viele Gläubige trieb die Frage um, wohin die Reform denn führen sollte. Entfernung der Heiligenbilder aus den Kirchen, Abendmahl in beiderlei Gestalt, Priester, die in Straßenkleidung die Messe feierten – das drückte auf die Gewissen vieler. Und Luther sah deshalb die Zeit gekommen, persönlich einzuschreiten und das Werk der Reform in Bahnen zu lenken, die dem Geist der angestoßenen Veränderungen entsprachen.

Das gelang ihm sine vi sed verbo, durch die Predigt. Genauer: durch eine Reihe von Predigten, die seither als Invokavitpredigten berühmt sind. Hier in der Stadtkirche, keine 100 Meter von diesem Rathaus entfernt, wurden sie gehalten. Ab dem Sonntag Invokavit stieg Luther täglich auf die Kanzel der Stadtkirche – und erwies sich als geschickter und kluger Prediger. Luther mahnt zur Bescheidenheit. Luther warnt davor, die Sache der Reform selbst in die Hand zu nehmen. Er überlässt Gott selbst seinen Anteil an dem, was es jetzt zu tun gibt. Das Wort, das menschliche Wort der Predigt, so meint der Reformator, kommt bis zu den Ohren, „ins Herz“, so sagt er, „ins Herz kann ich nicht kommen“. Und daraus folgt für ihn: „Wir haben zwar das Recht des Wortes, aber nicht Ausführungsgewalt. Das Wort sollen wir predigen, aber die Folge soll allein in Gottes Gefallen liegen.“

So kann Luther die außer Kontrolle geratenen Umstürze in Wittenberg bändigen: Mit dem Verweis auf das Wort und mit einem tiefen Vertrauen in das, was Gott selbst aus unseren Worten machen wird und machen kann. „So wirkt Gott“, sagt der Reformator, „mit seinem Wort mehr, als wenn du und ich alle Gewalt auf einen Haufen brächten.“ Wie könnte es auch nicht? „Das Wort“, so nochmals Luther, „hat Himmel und Erde geschaffen und alle Dinge, das muss es tun und nicht wir armen Sünder.“

Und dann hat Luther von einer wunderbaren Erfahrung berichtet:

„… ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst hab ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp Melanchthon und mit Amsdorf getrunken habe, soviel getan, dass das Papsttum so schwach geworden ist. […] Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles bewirkt und ausgerichtet.“

Ein tief gegründetes Vertrauen auf das Wort höre ich aus diesen Worten! Ein Vertrauen, das seither immer wieder zum Markenzeichen des evangelischen Christentums wurde. „Sine vi, sed verbo“ – ohne Gewalt, allein durch das Wort – so solle gehandelt und gelebt werden.

Das Zentrum für evangelische Predigtkultur wurde mit Bedacht in Wittenberg gegründet, um an dieses Vertrauen zu erinnern – und somit an jene Leidenschaft für die Predigt, die die Reformation geprägt hat.

Es ist ganz wunderbar, dass wir nicht 500 Jahre zurückgehen müssen, um Zeugnisse dafür zu finden, wie die Predigt, wie Wort und Gebet wesentlich dazu beigetragen haben, nicht nur Glauben zu wecken und Hoffnung zu stärken, sondern auch eine ganze Gesellschaft zu verändern. Vor gut 20 Jahren, in den Zeiten der friedlichen Revolution, finden sich Zeugnisse für Predigten – hier in Wittenberg, in Leipzig, in Dresden, in Berlin und andernorts in der ehemaligen DDR –, die von ebendiesem Geist getragen sind. Zeitzeugen können erzählen von den Friedensgebeten in der Stadt- und in der Schlosskirche und von der Wirkung, die von ihnen ausging. Dass die Mauer gefallen ist und dass diese Revolution eine friedliche war – dies liegt in der Richtung der Erfahrung, die Martin Luther beschreibt: sine vi, sed verbo!

Wer die Predigt längst abgeschrieben hatte, der wurde vor 500 oder vor 20 Jahren in Wittenberg eines besseren belehrt. Ich selbst konnte vor kurzem erst ziemlich aktuell und deutlich erfahren, was eine Predigt an Bewegung, Empörung, Zustimmung und Debatte auslösen kann.

Sonntag für Sonntag, Feiertag für Feiertag machen mehr als eine Million Menschen in diesem Land in unseren Gottesdiensten Erfahrungen mit Predigten, die verändern und ermutigen. Wenn evangelische Christinnen und Christen gefragt werden, worauf sie im Gottesdienst auf keinen Fall verzichten möchten, dann wird regelmäßig (etwa auch in einer ganz frischen Umfrage des Magazins chrismon) die Predigt an allererster Stelle genannt. Sie gibt Hoffnung, weckt und stärkt den Glauben, orientiert das Leben.

Der Name des neuen EKD-Zentrums ist Programm: Zentrum für evangelische Predigtkultur. Es geht um die Kultur der Predigt (II), es geht um diese in evangelischer Perspektive (III) und sie soll von hier, von Wittenberg, als einem sichtbaren Zentrum (IV) Impulse erfahren.

II. Predigtkultur

Es geht um evangelische Predigtkultur. Und auch dies bedeutet zunächst eine dankbare Erinnerung: Von Luthers Zutrauen zur Predigt, von seinem Vertrauen auf die gottgewollte Wirkung des Wortes ging eine Prägung der Kultur aus, die schwerlich überschätzt werden kann. Predigend wurde und wird die Bibel mit ihren Worten und Geschichten in die Ohren und Herzen der Menschen gebracht. Durch die Predigt wurde und wird Sprache geprägt, Denken geschult, das Gefühl berührt.

An dieser Predigtkultur werden Menschen hier in Wittenberg arbeiten. Unter den Bedingungen der gegenwärtigen Gesellschaft bedeutet dies zunächst vor allem auch: die Predigt wahrzunehmen in ihrer Vielfalt und Buntheit. Es gibt nicht die eine evangelische Predigt. Es gibt nicht den einen Stil, die eine Art zu reden und zu denken. Es gibt die Vielfalt unterschiedlicher Redeformen und Redeweisen. Es gibt die Vielfalt der Predigerinnen und Prediger in unserer Kirche, die ehren- oder hauptamtlich, in Gottesdiensten oder in Andachten, mit Jugendlichen, Kindern oder Senioren, in Zeitungen oder im Fernsehen, im Hörfunk oder im Internet das Wort sagen, die frohe Botschaft verkündigen.

Diese frohe Botschaft ist es, die bei aller Vielfalt die Wiedererkennbarkeit ermöglicht und die evangelische Christinnen und Christen in aller ihrer Vielfalt identifizierbar macht. Predigerinnen und Prediger reden inmitten der Kultur und dem Kontext der Gegenwart, werden aber erkennbar und unterscheidbar durch das, was sie sagen. Sie finden sich mit ihrem Leben und ihren Fragen wieder in den Worten, die die Bibel vorgibt. Und sie finden in diesen Worten die Weisungen, die ihren Lebensweg erkennbar machen. Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft, Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Mut, Gelassenheit und Zuversicht – all dies sind geistliche Erfahrungen, die biblisch begründet eine Beheimatung in der Vielfalt ermöglichen.

Wenn diese Mitte klar ist, können wir uns der Vielfalt der Stile immer neu öffnen. Ich hoffe und erwarte, dass von diesem Zentrum hilfreiche Anregungen ausgehen, wie wir heute eine Sprache finden können, die Menschen verstehen und die Menschen aufrüttelt und tröstet. Luther hat bekanntlich einmal gesagt, man müsse dem Volk aufs Maul schauen. Das meint nicht, nach dem Munde reden. Aber die frohe Botschaft des Evangeliums in einer Sprache zum Klingen bringen, die Menschen heute anrührt.

Das bedeutet auch einen Aufbruch unserer Sprache. Es bedeutet, Anregungen aufzunehmen von anderen: von Künstlern, Journalistinnen und Kulturwissenschaftlern, genauso aber auch von Jugendlichen und Kindern, von religiös intensiv und religiös kaum sozialisierten Menschen, von den so genannten Leistungsträgern unserer Gesellschaft ebenso wie von den Armen im Land.

Mir selbst ist immer wieder wichtig, von Worten zu lernen, die andere finden. Vielfach begegnen mir in der Lyrik – etwa in Versen von Hilde Domin – Worte, die auch mich selbst tragen können und die ich gerne an andere weitergebe. Aber auch in vielen Gesprächen – gerade immer wieder mit so genannten ganz normalen Menschen – lerne ich eine Sprache, die wertvoll ist und weiterführt.

Die innovative Offenheit für weite Gedankengänge und Suchbewegungen wünsche ich diesem Zentrum – und gleichzeitig die Lust an der Tradition, an der Bibel und der Art und Weise, wie unsere Mütter und Väter im Glauben gesprochen, gebetet und gepredigt haben. Wenn ich sehe, wie Sie in Ihren ersten Überlegungen die Arbeit des Zentrums angelegt haben, dann entdecke ich genau dieses Wechselspiel von Innovation und Tradition, das ich für wegweisend halte.

III. Evangelische Predigtkultur

Es geht um Predigtkultur, es geht genauer um evangelische Predigtkultur, so heißt es im Namen unseres neuen Zentrums.

Es ist mir wichtig, dass dieses Adjektiv „evangelisch“ nicht abgrenzend verstanden wird, sondern öffnend. Natürlich: wir stehen in einer konfessionellen Tradition, die gerade hier in Wittenberg deutlich sichtbar wird – und die ihre Schönheiten und ihre Schwierigkeiten hat. Sie ist in der Lage Identität zu stiften, sie kann aber auch zur Abgrenzung von anderen auf äußerst unevangelische Weise instrumentalisiert werden. Der Kult, der um Luther getrieben wurde, hatte auch seine Schattenseiten und führte zur Instrumentalisierung des Wittenberger Reformators. Ich wünsche uns gemeinsam, dass hier in Wittenberg ein Zentrum evangelischer Predigtkultur entsteht, das sich bewusst und gerne an seine evangelischen Wurzeln erinnert, dies aber in ökumenischer Offenheit tut. Die ersten Planungen des Zentrums zeigen, wie wunderbar dies gelingen kann. Heute sind keineswegs nur evangelische Christinnen und Christen hier, sondern ganz selbstverständlich auch katholische Schwestern und Brüder (die ich an dieser Stelle ganz besonders herzlich grüße). Und auch in Ihren Seminaren erscheinen als Referentinnen und Referenten immer wieder Katholiken – und auch Jüdinnen und Juden gehören mit zu denen, die hier in Wittenberg im Rahmen des Zentrums ihren Beitrag leisten werden. Hierher werden Menschen aus anderen Ländern kommen und ihre Erfahrungen mitbringen. Sie planen eine Veranstaltung mit Impulsen aus den USA ebenso wie ein Seminar zur christlichen Predigt in der „einen Welt“, das eine globale Perspektive auf die Frage nach der Predigt ermöglichen wird.

In unserer pluralen Gesellschaft ist ein gemeinsames Zeugnis der Christinnen und Christen von großem Gewicht. Und deshalb ist es so gut und wichtig, dass Sie diese ökumenische und internationale Offenheit leben und so einen mutigen Schritt auf das Miteinander der Christinnen und Christen gehen.

Um das Verbindende wirklich pflegen und entwickeln zu können, ist es aber gleichzeitig nötig, immer wieder auch die Schönheit des Eigenen entdecken. Und zu den großen und wertvollen Einsichten der Reformation gehört die Hochschätzung des Wortes - eben weil der Glauben - um mit Paulus zu sprechen - aus dem Hören kommt (Römer 10,9), aus dem lebendigen Akt des Zuspruchs zwischen Menschen. Die Reformatoren haben daher der Predigt zu neuem Glanz verholfen und ihr eine zentrale Stellung im Gottesdienst verliehen. Zur Schönheit des Protestantismus gehört für mich ein Satz, der historisch wahrscheinlich nie von Luther gesagt wurde – und den es als Lutherzitat hier in Wittenberg dennoch auf Socken und Postkarten zu kaufen gibt und der als eines der bekanntesten Lutherworte gelten kann: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, so soll der Reformator auf dem Wormser Reichstag 1521 gesagt haben. Gebunden an sein Gewissen, gegründet auf das Wort der Bibel war Luther nicht bereit, den bequemeren Weg zu gehen und im Angesicht der Übermacht von Kaiser und Reich abzuschwören und für falsch zu erklären, was er aufgrund der Bibel erkannt hatte. Luther blieb wahrhaftig, er blieb sich selbst treu.

Ich bin überzeugt, dass solche Wahrhaftigkeit gute Predigt auszeichnet. „Hier stehe ich …“ Hier steht ein Mensch mit seinen eigenen Erfahrungen, seinen Zweifeln und seinen Fragen, seiner Sehnsucht und seinen Hoffnungen. Und als solche und solcher redet er, redet sie. Damit meine ich nun nicht ein heroisches Pathos, das man Luther gerne beigelegt hat. Auch nicht einen übersteigerten Drang nach Authentizität, der in eine Sackgasse führen kann. Ich meine vielmehr die Offenheit und Ehrlichkeit, die uns aus so vielen Zeugnissen des Wittenberger Reformators entgegenschlägt und die Predigten durch die Jahrhunderte zu so anrührenden und bewegenden Zeugnissen gemacht hat. – Die Arbeit an der Sprache und am Handwerk der Predigt wäre unvollkommen und einseitig, wenn sie nicht auch diese persönliche Dimension des Predigens beständig mit im Blick hätte. Sie bieten hier in Wittenberg unter anderem ein „Predigtcoaching“ unter dem schönen Namen „Cura homiletica“ an, das sich an einzelne richtet und diese persönliche Qualität des Predigens stärken möchte.

IV. Zentrum

Schließlich: heute eröffnen wir ein Zentrum. Um Wittenberg herum soll ein Netzwerk entstehen. Diejenigen, die sich mit Predigt beschäftigen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sollen immer wieder mit Wittenberg in Kontakt treten, gelegentlich hierher kommen und im Austausch mit den Mitarbeitenden vor Ort Ideen und Projekte weiterentwickeln. Es ist wunderbar, dass viele von Ihnen heute hier sind – aus Kirchen und Universitäten, Gottesdienstinstituten, Pastoralkollegs und vielen anderen Einrichtungen! Keineswegs bedeutet die Einrichtung eines Zentrums, dass nun alles hier geschehen soll oder dass Wittenberg nun in Konkurrenz tritt zu dem, was andernorts schon gearbeitet wird. Im Gegenteil: Das Zentrum ist eine Dienstleistung für die Gemeinschaft der Landeskirchen. Wittenberg soll ein Ort des Miteinanders werden, an dem Ideen gebündelt und weitergegeben werden, damit die Arbeit an den bislang schon existierenden Orten der Aus-, Fort und Weiterbildung Impulse erfährt.

Dass wir solch ein Predigt-Zentrum in Zeiten knapper werdender Finanzen heute eröffnen können, ist eine große Gemeinschaftsleistung der evangelischen Kirchen in Deutschland. Es steht zeichenhaft für den großen Aufbruchs- und Reformwillen. Dass wir es zusammen mit dem eng verbundenen Schwesterzentrum für die Qualität von Gottesdiensten in Hildesheim starten können, das in wenigen Tagen seine Toren öffnet, ist für mich ein regelrechtes Wunder gelingender kirchlicher Gemeinschaft. Und ich muss sagen, dass ich froh, dankbar und stolz darauf bin, dass dies in unserer Kirche möglich ist. Mit vielen anderen bin ich davon überzeugt, dass die beiden Zentren - ebenso wie auch das neu startende Missions-Zentrum in Dortmund und Stuttgart - eine lohnende Investition in die Zukunft der Kirche sind. In 5 Jahren werden wir dann - so Gott will und wir leben - uns dann hier an dieser Stelle über die Früchte der Arbeit freuen: über die Pflege der Kraftquellen guter Predigten; über Förderung des gelungenen Wortes an herausragenden Orten der Verkündigung wie in der Fläche kirchlicher Verkündigung, über die Ausbildung neuer Formate wie über die gewonnene Sprachfähigkeit an anderen Orten, über die treffende Rede bei Taufe, Trauung und Trauerfeier wie über das kleine Wort an Tresen, Tisch und Tankstelle.

Die Arbeit der Errichtung von Zentren wird dann gelingen, wenn der Blick dadurch immer frei wird auf das eigentliche Zentrum, von dem her Kirche lebt: das Evangelium von Jesus Christus. In all unserer Arbeit kann uns dieses fröhlich, gelassen und zuversichtlich machen. So nötig all unsere Arbeit ist – die Kirche lebt nicht von ihr, sondern von ihm, dem Auferstandenen! So wichtig all unsere eigenen Worte sind – die Kirche lebt von den Worten, Bildern und Geschichten, die sich in der Heiligen Schrift finden! In dem Vertrauen auf Christus und SEIN Wort wird evangelische Predigt und wird die Arbeit hier am Zentrum gelingen!

Und so eröffne ich das Zentrum für evangelische Predigtkultur in Wittenberg. Gottes Segen für alle Arbeit, die hier geleistet wird, für die Menschen, die hier arbeiten und die hierher kommen, um an der Predigtkultur zu arbeiten. Sie werden ab heute – deutlicher noch als vorher – die Luft der Öffentlichkeit spüren. Diese kann mal belebend und wohltuend, mal aber auch kühler und zugiger sein. Wichtig ist, dass Ihre Arbeit geleitet und erfüllt ist von dem segensreichen Atem Gottes. Das alleine zählt und das wünsche ich Ihnen!