Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 1997

Erklärung des Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Manfred Kock

08. Dezember 1997

Anläßlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember danke ich allen, die sich in Deutschland dafür einsetzen, daß die Menschenrechte respektiert werden.

Die Mitverantwortung der Christen für die Verwirklichung der Menschenrechte hat ihre Grundlage darin, daß Gott den Menschen bedingungslos annimmt, und im Gebot der Liebe. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich ein besonderer Auftrag der Kirche zum Einsatz für die Menschenrechte. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kommt diesem Auftrag insbesondere durch die Arbeit der in der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst (AGKED) zusammengeschlossenen kirchlichen Hilfswerke wie in ihrem Einsatz für Flüchtlinge, Migranten und sozial Ausgegrenzte in Deutschland nach.

Außerhalb der verfaßten Kirche wird ebenso wertvolle Arbeit geleistet, beispielsweise von den Organisationen, die sich im "Forum Menschenrechte" zusammengeschlossen haben. Die Evangelische Kirche in Deutschland arbeitet dort mit.

Mein besonderer Dank am diesjährigen Tag der Menschenrechte gilt denjenigen Frauen und Männern, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Menschenrechte engagieren, sei es in Kirchengemeinden und kirchlichen Gruppen oder bei Amnesty International und anderen Mitgliedsorganisationen des "Forum Menschenrechte". Menschenrechte, das ist ein Thema, bei dem Christen und Nichtchristen gemeinsam am gleichen Strang ziehen. Ich wünsche mir, daß hier die Zusammenarbeit noch enger wird.

Der ehrenamtliche Einsatz für die Menschenrechte, der mit zeitlichem Aufwand verbunden und häufig umstritten ist, erfüllt die Idee der Menschenrechte mit Leben. Die persönliche Hinwendung jedes einzelnen Menschen zu Opfern von Menschenrechtsverletzungen gibt den Betroffenen neuen Mut. So sind wir über religiöse, nationale und kulturelle Grenzen hinaus verbunden mit der weltweiten Menschenrechtsbewegung; mit denen, die unter Lebensgefahr in Osttimor den vom indonesischen Militär willkürlich Verhafteten Rechtsbeistand leisten, denen, die sich in Kolumbien für von Todesschwadron und der Guerilla gleichermaßen Verfolgten einsetzen oder mit denen, die in den USA und anderswo gegen die Todesstrafe kämpfen.

Ich weiß, daß für die Menschenrechte engagierte Menschen in ihrem Einsatz nicht nachlassen werden. Die Evangelische Kirche in Deutschland ihrerseits wird an ihrem Engagement für die Menschenrechte festhalten.

Hannover, den 8. Dezember 1997
Pressestelle der EKD