Kompetenzen und Standards für den Evangelischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I

Ein Orientierungsrahmen, EKD-Texte 111, 2011

Vorwort

Geschichte und Kultur in Deutschland, in Europa sowie im weltweiten Zusammenhang lassen sich ohne Vertrautheit mit dem Christentum, dem Judentum und dem Islam nicht angemessen verstehen. Angesichts der Globalisierung und der alltäglichen multikulturellen sowie multireligiösen Lebenszusammenhänge wird religiöse Bildung immer wichtiger - für die eigene Verwurzelung und Identität der Kinder und Jugendlichen, für religiöse Urteilsfähigkeit, für Sinnfindung und Orientierung in der Welt sowie für Verständigungsfähigkeit und Toleranz. Religiöse Bildung braucht ein eigenes Schulfach Religion. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sieht daher im Religionsunterricht ein unverzichtbares Element ihrer Bildungsverantwortung. Aber auch in Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft wird die Bildungsbedeutung von Religion wieder zunehmend wahrgenommen.

Vor diesem Hintergrund legt die EKD einen Orientierungsrahmen zu Kompetenzen und Standards für den Evangelischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I vor. Sie hilft damit eine Lücke zu schließen, denn auf der Ebene der Kultusministerkonferenz (KMK) gibt es Bildungsstandards bisher nur für Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und naturwissenschaftliche Fächer.

Der vorliegende Text macht deutlich, dass der Religionsunterricht den Ansprüchen der aktuellen Schulentwicklung genügt. Parallel zu den Bemühungen auf KMK-Ebene, die Qualität des Schulwesens zu verbessern und Anforderungen zu vereinheitlichen, haben auch die Kirchen ein Interesse daran, im Blick auf den Religionsunterricht zu größerer Gemeinsamkeit zu kommen, weil die notwendige inhaltliche Füllung und Professionalisierung des Faches selbst von größeren Landeskirchen zunehmend nicht mehr allein geleistet werden kann. Auf diese Weise unterstützt der Orientierungsrahmen die entsprechende Arbeit in den Landeskirchen und Bundesländern. Er zielt dabei nicht auf eine allgemeine Normierung, sondern ermöglicht ein flexibles Eingehen auf die Erfordernisse in einem föderalistisch verfassten Bildungssystem.

Erarbeitet wurde der Orientierungsrahmen von einer Kommission, welche die gliedkirchliche Konferenz der Referentinnen und Referenten für Bildungs-, Erziehungs- und Schulfragen (BESRK) in Aufnahme der Ergebnisse einer Expertengruppe des Comenius-Instituts zu „Grundlegenden Kompetenzen religiöser Bildung“ (2006) eingesetzt hat. Die BESRK hat den Text mehrfach beraten und einstimmig verabschiedet. Abschließend hat der Rat der EKD die Veröffentlichung des Orientierungsrahmens beschlossen. Ich danke den Mitgliedern der Kommission und allen anderen, die an seiner Erarbeitung beteiligt waren, sehr herzlich. Die darin enthaltenen Kompetenzen und Standards korrespondieren mit den Empfehlungen der Gemischten Kommission zur Reform des Theologiestudiums „Theologisch- Religionspädagogische Kompetenz. Professionelle Kompetenzen und Standards für die Religionslehrerausbildung“ (EKD-Texte 96) und bilden gemeinsam mit dem Kerncurriculum für den Evangelischen Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe (EKD-Texte 109) einen abgestimmten Referenzrahmen für die KMK und die einzelnen Bundesländer.

Hannover, im Dezember 2010

Präses Nikolaus Schneider
Vorsitzender des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland



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